Fachkonferenz der Energieagentur RLP offenbart Groteske

Gegenwind bei der Fachkonferenz Klimawandel im Hunsrück

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Neben Landrat Dr. Marlon Bröhr begrüßte Staatssekretär Dr. Thomas Griese (Die Grünen) vom Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten die Teilnehmer der Fachkonferenz "Klimawandel im Hunsrück - was uns droht, was wir tun können" am Dienstag, den 06.09.2016 in der Hunsrückhalle in Simmern. In seiner Einleitung zu den nachfolgenden Beiträgen von Prof. Dr. Manfred Stock vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung e.V. und des Leiters des Instituts für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) am Umwelt-Campus Birkenfeld Prof. Dr. Peter Heck führte er aus, dass die Aufzeichnung von Wetterdaten beginnend von 1970 bis 2000 darauf schließen ließen, dass die gemittelte Jahrestemperatur im Hunsrück bis 2050 um 1,7-3°C steigen könnte. Vor diesem Hintergrund seien "flächendeckende" Smart-Villages in Rheinland-Pfalz geboten.


Veranstaltungstipp


Foto: Torkler

Während seines 30 minütigen ansonsten gut illustrierten Beitrags zu den Folgen des Klimawandels ließ sich Prof. Dr. Stock zu einer gewagten Aussage hinreißen, dass für den gesamten Mittelmeerraum ausbleibende Niederschläge Fluchtgrund für Menschen aus Syrien und Jordanien sein könnten.

Ziemlich respektlos trat Prof. Dr. Peter Heck seinen Zuhörern gegenüber. Es gäbe Leute, die wollten weder die Energiewende noch Flüchtlinge. Argumentativ willkommen waren ihm diese jedoch gleich im anschließenden Satz, mit dem er ein Katastrophen-Szenario entwarf. Demnach würden bedingt durch den Klimawandel noch mehr Flüchtlinge nach Deutschland kommen. Für den gesamten europäischen Raum nannte er die Zahl 300 Millionen! Also doch: Flüchtlinge - eine Bedrohung?

Null-Emissions-Regionen schöngerechnet!

Ihm würde man immer Milchmädchenrechnungen vorwerfen, meinte Heck, aber noch nie hätte einer seiner Gegner eine korrekte Berechnung vorgelegt. Den Rotmilan und Fledermäuse würden nun auch alle kennen, übrigens habe er die schon früher gekannt. Wie Heck selbst mit Zahlen umgeht, mit denen er konfrontiert wird, zeigte er wieder einmal, indem er sie als falsch abschmetterte, ohne sie zu korrigieren. Das ist typisch, das ist Heck.


Foto: Torkler

„Wir wissen wie viel Windradkapazität
wir brauchen. Wir brauchen mehr, das ist richtig. Das wird vielen Leuten hier nicht passen! Es wird aber so kommen!“
Zahlen nannte Heck dagegen keine!

Das Thema Windenergie sollte auf dieser Tagung eine untergeordnete Rolle spielen, doch offenbar geht es nicht ohne. Im Energiekonzept für den Rhein-Hunsrück-Kreis hat sein IfaS-Institut das Ziel definiert, bis zum Jahr 2014 mit erneuerbaren Energien das 2,3-fache (230%) dessen an Strom zu erzeugen, was die Region selbst verbraucht (Quelle: Energiesteckbrief des Rhein-Hunsrück-Kreises und dem Integrierten Klimaschutzkonzept, IfaS Birkenfeld im September 2011, Ziele und Projektrahmen unter 1.1., Seite 1). (...)

Wir haben ja dem Land 150 Dörfer (Smart Villages) versprochen - mit 90.000 Euro Förderung. Wir haben jetzt 90 echte Bekundungen, aber 2 Landkreise wollten partout nicht mitmachen. (…) Wir sind bei der nächsten Stufe des Coachings beratend tätig. D.h. wir versuchen den Gemeinden zu zeigen, wie sie dann quasi in ihre Potenziale investieren können – und dann smart werden können (…); smart, aus verschiedenen Gründen. (…) Smart heißt vor allen Dingen, dass sie Geld, das sie jetzt ausgeben, in der Gemeinde lassen. (…) Jede Gemeinde kann quasi mehrere tausend Euro Wertschöpfung generieren – also mehr Geld in der Gemeinde lassen. (…) Wenn Sie das einfach mal hochrechnen; ich mach das mal für Rheinland-Pfalz (also die 150 Dörfer), da kommt eine richtig schöne Energiewende zustande. (…) Warum diese Dörfer wichtig sind, das ist Ihnen hier ja allen klar, denn neben der Energiekiste geht es auch um den Zusammenhalt und um die Wiederinstandsetzung des ländlichen Raums. Ansonsten hören Sie immer nur die Städte die Städte die Städte. Ich bin selbst in einer Jury von Bioenergiedörfern und da heißt es immer nur die Städte! Ja wovon leben denn die Städte? Von Luft und Wasser und von den Nahrungsmitteln vom Land. Hier sind alle Vorteile abgebildet" (…), so Prof. Dr. Peter Heck. 

Naturnahe Spazierlandschaften der ländlichen Räume vertragen keine heck'sche Wiederinstandsetzung!

(...) Erreicht ist im Jahr 2016 erst das 1,7-fache (170%). Dabei stehen im Rhein-Hunsrück-Kreis bereits 250 Windenergieanlagen, wie man den Vorträgen entnehmen kann. Man wird also die Zahl der Stromerzeugungsanlagen um 40% erhöhen müssen. Der entscheidende Nachteil dieses Konzeptes ist, dass der Landkreis ohne fremde Hilfe nicht CO2-neutral werden kann, denn die Stromüberschüsse müssen von anderen gekauft werden. Er kann eben nicht aus eigener Kraft zur NULL-EMISSIONS-REGION werden. Wollte man dieses Konzept auch in den anderen Landkreisen anwenden, dann steht es sich selbst im Weg, weil wir uns nicht alle gegenseitig unsere Stromüberschüsse abkaufen und daran auch noch Geld verdienen können. CO2-neutral wird man bilanziell, indem man die sauber erzeugten Stromüberschüsse gegen die in der Region verbrauchten Kraftstoffe und Brennstoffe aufrechnet. Leider werden dadurch weder die Autoabgase noch die Kamine der Häuser abgasfrei. (...)


Veranstaltungstipp

Westerwälder Landschaften im Licht - Eine Hommage an unsere Heimat
Multivisionsvortrag in HD Qualität mit Harry und Gabriele Neumann

Freitag, 4. November 2016, 19.30 Uhr, Wildparkhotel, Bad Marienberg, Kurallee 2

Die NATURSCHUTZINITIATIVE präsentiert mit dem Multivisionsvortrag von Harry und Gabriele Neumann „Westerwälder Landschaften im Licht - Eine Hommage an unsere Heimat“ ein einzigartiges Vortragserlebnis. Viele Jahre haben die beiden Naturschützer und Landschaftsfotografen den Westerwald zu allen Jahreszeiten fotografiert:

Westerwälder Seenplatte, Holzbachschlucht, Sayn-, Wied- und Nistertal, Kroppacher Schweiz und „Weltende“, strukturreiche alte Wälder, Naturschutzgebiete, rauschende Bäche, Naturdenkmäler, Fuchskaute, Sieg und Giebelwald, Nationales Naturerbe Stegskopf und ihre natürlichen Bewohner sind in einzigartigen Aufnahmen und Stimmungen zu sehen.

Entstanden ist eine mulitimediale Hommage an unsere Heimat, an ungezählte und schützenswerte Orte, die einladen, die Seele baumeln zu lassen.

Hierzu lädt die NATURSCHUTZINITIATIVE alle Naturfreunde herzlich ein. Der Eintritt ist frei. Weitere Infos unter www.naturschutz-initiative.de


Klimaschutzkonzepte sind nicht auf Ballungsgebiete übertragbar!

(...) Der Blick ist auf die kleinen Dörfer gerichtet und auf die Fördergelder. Dass diese Konzepte nicht auf die Ballungsgebiete übertragbar sind, gibt Heck selbst zu. Dort leben 75% der Bevölkerung. Doch es geht ums Weltklima, zu dessen CO2-Emissionen die deutsche Volkswirtschaft mit 2,5% beiträgt, etwa so viel wie der weltweite Flugverkehr, der sich in den kommenden 20 Jahren voraussichtlich verdoppeln wird.

Dr. Heck und der Klimaschutzmanager Frank-Michael Uhle nannten allerdings auch Beispiele, wie man im Hunsrück weiteres Potenzial zur Steigerung der Energieeffizienz nutzen könne. Beide warben für den Einsatz von Hocheffizienz-Umwälzpumpen bei Heizungsanlagen sowie für den Austausch älterer Kühlschränke. (...)
Ein Fußballverein könne durch die Umrüstung seiner Flutlichtanlage auf LED-Technik innerhalb von 5 Jahren mit  einem "cash-return" (dem Erreichen der Kosten-Nutzen-Schwelle) rechnen und auf diesem Wege gut 700 Euro bei seinen Stromkosten pro Jahr sparen. Leider wird das in der Praxis kaum zum tragen kommen, denn bei vielen Fußballvereinen ist das Einsparpotenzial überhaupt nicht vorhanden. Grund dafür ist z.B., dass in den Amateurligen die Spiele von den DFB-Staffelleitern auch in der Winterzeit nur mittags angesetzt werden. Auch eine schlaue Regelung bei den wöchentlichen Trainingszeiten reduziert den Bedarf mindestens genau so effektiv. Ob sich eine Umrüstung auf LED-Technik für einen Sportverein tatsächlich rechnet, sollte dieser auch bei einer kreditfinanzierten Förderung daher gut durchkalkulieren.

Auf die Frage des Moderators Dipl.-Soz. Andreas Sigloch von der Energieagentur Rheinland-Pfalz nach der Bedeutung der E-Mobilität im ländlichen Raum führte der Klimaschutzmanager der Verbandsgemeinde Birkenfeld Dr. Viktor Klein aus, dass sich die Anstrengungen u.a. auf den Bau von weiteren Radwegen konzentrierten und dass man mit dem elektrobetriebenen Bürgerbus derzeit 2 Tonnen CO2 pro Jahr gegenüber einem Benziner einspare. Er räumte aber ein, dass dieser nicht mit "100% Ökostrom" unterwegs sei.  

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In seinem Schlusswort vertrat der Geschäftsführer der Energieagentur Rheinland-Pfalz Dipl.-Biol. Thomas Penzel die Ansicht, dass der ländliche Raum Verantwortung für die Ballungszentren trage.

Zerstörung statt "Wiederinstandsetzung" der ländlichen Räume

Daraus ergibt sich unsere direkte Gegenfrage: „Tragen umgekehrt die Ballungszentren auch Verantwortung für den ländlichen Raum?“ Die Studie „Vielfalt statt Gleichwertigkeit“ vom „Berlin Institut für Bevölkerung und Entwicklung“ ist bei den Grünen sicher weitgehend bekannt. Ob sie aber auch im nicht-grünen Teil des Landtages bzw. in den Regionen bekannt ist, darf man bezweifeln, denn darin wird die rhetorische Frage gestellt, ob es nicht besser wäre den ländlichen Raum aufzugeben anstatt Geld bis in die letzten Winkel der Republik zu pumpen. Auch im ländlichen Raum leben Steuerzahler, mit deren Geld sich in den Ballungsgebieten etwas gestalten lässt, während der ländliche Raum permanent benachteiligt wird. Was würden wohl die 60% der bayerischen Landbevölkerung, die auf 85% der Landesfläche lebt, von derartigen Vorschlägen oder gar einer "Wiederinstandsetzung ihrer ländlichen Räume" halten? (...)
Bei der letzten Landtagswahl in RLP haben die Grünen schwer Federn gelassen (-10%). Die Ergebnisse in den Städten haben dafür gesorgt, dass sie gerade noch einmal in den Landtag einziehen konnten. Die Ergebnisse im ländlichen Raum hätten einen Einzug in den Landtag nicht möglich gemacht.
Da die Energiewende mit dem Ausbau der Windkraft ungeachtet der Verschiebung der Mehrheitsverhältnisse gerade so weitergeht wie zuvor, muss man erkennen, dass wir das den Menschen in den Ballungsgebieten zu verdanken haben, die davon so gut wie nicht betroffen sind.

Sowohl die Energieagentur als auch das IfaS-Institut fischen in unserem Teich!

Wir finden es bedenklich, dass man dabei heimlich unterm Tisch agiert!
Wir vermissen Aussagen über den zu erwartenden Gesamtaufwand der Energiewende, die vielleicht einmal das Prädikat „Konzept“ verdient hätten!
Wir kennen die Zahlen!

• Wie groß ist der Flächenbedarf für Biogasanlagen, bzw deren Maisanbauflächen?
• Wie groß ist der Flächenbedarf für die Fotovoltaik?
• Wieviele Windenergieanlagen werden benötigt?

  • Was bringen Nahwärmesysteme tatsächlich für einen Vorteil, außer einem philosophischen?

Wenn man autarke Einheiten zu einem Nahwärmenetz zusammenfasst, ist das das Gegenteil von Dezentralisierung. Bei Prof. Dr.-Ing. Volker Quaschning ist die CO2 -Emission pro erzeugter Kilowattstunde nachzulesen.

Spezifische Kohlendioxidemissionen verschiedener Brennstoffe

Demnach erzeugt das Verheizen von Holz mehr CO2 als Kohle und Erdgas ist bei Weitem nicht so sauber wie es in der Öffentlichkeit dargestellt wird. Was nützt es, wenn eine Hecke, die über 20 Jahre wachsen musste in wenigen Minuten verbrannt wird? Das dabei erzeugte CO2 verbleibt genau so lange in der Atmosphäre wie das aus fossilen Brennstoffen. Somit könnten wir bald auch zu den Ländern gehören, die ihren Wald verheizt haben.

Braucht die Region Windräder, um das Geld in Form von Nahwärmesystemen in der Erde zu verbuddeln? (...)

Die Energiewende breitet sich heimlich aus zu Lasten der Menschen, die sie finanzieren und dabei vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Ganz unverfroren wird behauptet, dass sie sich eines Tages an ihren verbauten Lebensraum gewöhnt haben werden. Wenn man davon ausgeht, dass sie sich eine schönere Traumwelt virtuell in den neuen Medien ansehen können, zeugt das von einer wachsenden Resignation und einer wachsenden Bereitschaft zum Selbstbetrug.

Mit den brandaktuellen VR-Brillen bekommt die Spaßgesellschaft jetzt was auf die Augen! Akkugeladene 360°-Kurzsichtigkeit - aber NULL Durchblick!

 

Pressespiegel

Leserreaktionen

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red Sonntag 18. September 2016 - 12:13 Uhr | | Artikel

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