Vom Winde verweht

Sturmböen lassen Windrad havarieren

Ein Novembersturm zerfledderte bei Ober-Kostenz im Soonwald am Samstag, den 14.11.2015 an einer Windenergieanlage einen Rotorflügel. Trümmerteile wurden noch in 500m Entfernung gefunden, bei gerade einmal 750m Abstand zur Wohnbebauung. Vermutlich schaltete sich die Anlage nicht rechtzeitig ab.

Havariertes Windrad mit Trümmerteilen bei Ober-Kostenz/Rheinland-Pfalz

Mit weiteren Nachweisen:

Wenn es insbesondere nach dem politischen Willen der GRÜNEN und der SPD  in Rheinland-Pfalz ginge, dann haben wir das "Ausbaupotential" für Windkraftanlagen noch nicht einmal annähernd ausgeschöpft. Doch die Landesregierung weigert sich beharrlich den Mindestabstand von 800m zur Wohnbebauung zu überprüfen.
Die Bundesregierung hatte es durch Neuregelung des Baugesetzbuches im August 2014 den Länderparlamenten bis 31.12.2015 überlassen die Mindestabstände von Windkraftanlagen zu Wohngebieten baurechtlich selbst festzulegen (sog. Länderöffnungsklausel).

Quelle: Windrad-Havarie im Hunsrück / SoonFilmRLP via YouTube, 15.11.2015

Angesichts derartiger Bilder stellt sich unweigerlich die Frage nach der persönlichen Haftung im Falle eines möglichen Schadenseintritts und der Verletzung von Personen durch abgelöste Teile. Wer spazieren geht, ist selbst schuld? (...)
Eine besondere Verkehrssicherungspflicht trifft hierbei (so z.B. fahrlässig unterlassene oder unsachgemäß durchgeführte Baumpflegemaßnahmen - vgl. Baumsturz in Trier sowie auf dem Friedhofsgelände in Kirn/Nahe) insbesondere die Gemeinde. Diese stünde nach § 839 Abs. 1 S. 1 BGB i.V.m. Art. 34 S. 1 GG in der Verantwortung.

Bei dem havarierten Windrad handelt es sich um ein Modell mit einer Bauhöhe von gerade einmal 50 Meter. Man mag es sich kaum vorstellen, was für ein Schadensbild eine Anlage mit einer Gesamthöhe von 200 Meter und weitaus schwereren Rotorblättern verursachen könnte.

tv Dienstag 17. November 2015 - 09:38 Uhr | | Artikel