"Kommt der Wald unter die Räder?"

Klimaschützer und Windkraft-Lobby wollen auch in bisher geschützten Mittelgebirgen Anlagen aufstellen. Die Mehrheit der Bürger lehnt das ab, Waldfreunde wehren sich - Ulli Kulke in Die Welt vom 23.07.2015.

Siehe hierzu Leserbrief von Harry Neumann:

Wir brauchen eine Naturwende – Vorrang für Natur und Artenschutz! Das 2%-Ziel ist falsch! 

Es fördert die uns allen bekannten Auswüchse und kriminelle Energie beim Ausbau der Windindustrie! Der Natur- Arten- und Landschaftsschutz sind die ökologischen Leitplanken für die zur Verfügung stehende Fläche!

Der Beitrag der Windenergie zu dieser Art der „Energiewende“ liegt bei 1,3%, trotz des ständigen Zubaus! 90% unseres Energieverbrauches beruhen auf fossilen und nuklearen Quellen. (Quelle AGEB). Zum Zwecke der Volksverdummung wird immer nur auf den „Anteil am Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung“ abgestellt. Auch der Begriff der „Erneuerbaren Energien“ ist physikalisch falsch. Es gibt keine Erneuerbaren Energien. Energie kann man nur umwandeln.

Der Strombedarf macht nur ein Fünftel des gesamten Energiebedarfes aus. Der Anteil der Windenergie an der Bruttostromerzeugung liegt gerade einmal bei 13,1 %, wohlgemerkt, wir sprechen nur von Strom. Ein Viertel eines Fünftel = ein Zwanzigstel = 5%. Es ist nicht zu verantworten, dass für diesen geringen Beitrag einer nicht grundlastfähigen und speicherbaren Technologie unsere Natur, unsere Wälder und unsere Landschaft zerstört werden. Der Schwerpunkt muss nicht auf die Erzeugung, sondern auf die Einsparung und Veränderung unserer Lebensstile gelegt werden. Auch ein flächendeckender Ausbau führt zu keiner „Glättung“ der Einspeisung, dies widerspricht der mathematischen Statistik und den physikalischen Gesetzen der Thermodynamik. Die Grünen in Rheinland-Pfalz und anderswo verlieren sich in der Arroganz der Macht. Sie sind ein spätkapitalistischer Wolf in grüner Tarnfarbe.

Was hier stattfindet, ist keine Energiewende, sondern eine Natur- und Landschaftswende und vor allem eine Subventionswende. So habe ich mir die „Energiewende“ nicht vorgestellt, als ich die Montagsspaziergänge im Westerwald organisiert habe und mit Tausenden von Bürgern für die „Energiewende“ und für den Atomausstieg auf die Straße gegangen bin.

Für eine Auslastung der Windindustrieanlagen von durchschnittlich 14,8 % (8760/1305 Volllaststunden) ihrer Nennleistung wird eine ungeheure Zerstörung unserer Lebensräume, unserer Landschaft und unserer Artenvielfalt vorsätzlich in Kauf genommen. In qualitativer Hinsicht leisten die sogenannten „Säulen der Energiewende“, Windenergie und Photovoltaik (Bundeswirtschaftsministerium), schlicht keinen Beitrag zu einer gesicherten und bedarfsgerechten Leistung.

Die Stromeinspeisung in 2014 ist sogar trotz des massiven Ausbaus der Nennleistung um 15% nicht etwa gestiegen, sondern sogar gesunken (Fraunhofer Institut für Windenergie).

Die von der Bundesregierung eingesetzte Expertenkommission kommt zu folgendem Ergebnis:

“Das EEG sorgt nicht für mehr Klimaschutz, es macht ihn aber erheblich teurer“.

Der von der Bundesregierung eingesetzte Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung kommt zu dem Ergebnis:

„Wer die Energiewende erfolgreich umsetzen will, muss den politischen Widerstand der größten Profiteure des aktuellen Fördersystems zum Wohle der Verbraucher überwinden“. Die „Merkelberater“ fordern daher, das EEG komplett abzuschaffen. Die ZEIT schreibt am 04.12.2014

„Wir haben uns geirrt bei der Energiewende – nicht in ein paar Details, sondern in einem zentralen Punkt“.

„Die vielen neuen Windräder und Solaranlagen, die Deutschland baut, leisten nicht, was wir uns von Ihnen versprochen haben“.

„Die Energiewende, so wie sie jetzt ausgelegt ist, macht die Luft nicht sauberer, sondern dreckiger“.

Viele freundliche Grüße Harry Neumann, freier und unabhängiger Naturschützer, ehem. Landesvorsitzender des BUND RLP

PDF-Download: Statement von Harry Neumann - Wir brauchen eine Naturwende als PDF

Quelle: Die Welt vom 22.07.2015 in "Windkraft-Branche will jetzt die Wälder verspargeln" von Ulli Kulke.

tv Montag 27. Juli 2015 - 16:10 Uhr | | Artikel