Whistleblowing zum Windpark am Höcherberg - Brisantes Material vor der Landtagswahl im Saarland geleakt

BIgWiL erstattet Strafanzeige gegen Umweltminister Reinhold Jost (SPD) wegen des Vorwurfs der Bestechlichkeit

Ottweiler-Lautenbach (LK Neunkirchen), Bexbach-Höchen (Saarpfalz-Kreis) / Saarland,
Dunzweiler (LK Kusel) / Rheinland-Pfalz

"Wenige Tage vor der Landtagswahl wird es für Umweltminister Reinhold Jost ungemütlich. Denn es sind brisante Dokumente aufgetaucht, die Mauscheleien bei der Genehmigung des Windparks Lautenbach bei Ottweiler beweisen sollen. Das Ministerium weist die Vorwürfe zurück. Der Anwalt der Windkraftgegner hat unterdessen Strafanzeige gegen Jost und die frühere Umweltministerin Rehlinger gestellt." (...) - zitiert aus SR.de

"
Die Gemeinde Dunzweiler hatte wie die Bürgerinitiative Windkraft Lautenbach (Bigwil), der Naturschutzbund Nabu Bexbach und die Fachklinik Münchwies gegen die fünf Windräder Widerspruch eingelegt. Elicker begründete die Anzeige in einer Pressekonferenz am Montagabend damit, dass die illegale Erteilung von Genehmigungen strafbar sei. Zur Pressekonferenz hatte Elicker Daniel Hoffmann vom Umweltministerium eingeladen: Dieser sollte Beweise für „Mauscheleien“ in seinem Ministerium vorlegen. „Aus persönlichen Gründen“ habe der Informant kurzfristig abgesagt, so Bigwil-Sprecher Michael Marx. Hoffmann sei aber bereit, eidesstattlich vor Gericht auszusagen. Elicker bezieht sich auf Angaben Hoffmanns zu einer Tagung der Lenkungsgruppe Windkraft am 16. Dezember 2016 mit Vertretern des Wirtschafts- und des Umweltministeriums sowie des Landesamts für Umwelt- und Arbeitsschutz (Lua), das auch Windräder genehmigt. Protokollführer Hoffmann habe festgehalten, dass in diesem Jahr die Genehmigung für Windräder kaum noch erteilt werden könne: Noch liefen Widerspruchsfristen, und die Umweltverträglichkeit sei nicht fertig geprüft. Doch am 30. Dezember 2016 wurden die Windräder „mit sofortiger Wirkung“ genehmigt. Hoffmanns Protokoll aber sei verschwunden und durch eine andere Fassung ersetzt worden.
Dieses neue Protokoll, so Elicker, habe eine Mitarbeiterin des Umweltministers erstellt. Die letzte Änderung datiere auf 7. Februar 2017.


Lesetipp - Hintergrund - Vollautomatisierung - Spektrum der Wissenschaft

Wie Algorithmen und Big Data unsere Zukunft bestimmen

Digitale Demokratie statt Datendiktatur

Big Data, Nudging, Verhaltenssteuerung: Droht uns die Automatisierung der Gesellschaft durch Algorithmen und künstliche Intelligenz? Ein gemeinsamer Appell zur Sicherung von Freiheit und Demokratie.

"(...) Alles wird intelligent: Bald haben wir nicht nur Smartphones, sondern auch Smart Homes, Smart Factories und Smart Cities. Erwarten uns am Ende der Entwicklung Smart Nations und ein smarter Planet? (...)"

In einer Zeit in der...

  • viele Menschen soziale Gerechtigkeit fordern,
  • sich Politiker in RLP gleichsam selbst eine Diätenerhöhung genehmigen,
  • der nächste Bundestag aus 700 Abgeordneten bestehen könnte,
  • für Politik 4.0 (vielleicht!) nicht mehr gebraucht würde als ein vernetzter Smart-Supercomputer, während
  • durch fortschreitende Vollautomatisierung Arbeitsplätze wegrationalisiert werden,
  • die Herrschaft des Volkes durch autokratische Systeme bedroht wird,
  • wir zur Aufrechterhaltung des Wohlstandes die Umwelt durch grünen Blödsinn zerstören,

da sollten sich die vielen Homer Simpsons oder Sheldon Coopers weltweit mal am Kopf kratzen!


Es sei nicht ungewöhnlich, so Elicker, dass „missverständlich formulierte“ Protokolle durch Vorgesetzte geändert würden. Doch halte er es für brisant, dass „Kerninhalte der Sitzung verändert wurden“. Zudem will der Anwalt erfahren haben, dass Hoffmann am Montag vom Ministerium die Entlassung angekündigt und sein E-Mail-Konto gesperrt worden sei. Elicker wirft dem Ministerium vor, dass im Widerspruchsverfahren nur die Belange der Bundeswehr geprüft worden seien. Diese hatte zunächst Einspruch eingelegt, weil sie ihr Polygone-Radarsystem durch die Windräder gefährdet sah. Nach einer Vereinbarung mit dem Windrad-Betreiber Juwi, der anbot, auf die geplanten Rotoren bei Queidersbach und Weselberg-Nord zu verzichten, stimmte die Bundeswehr dem Standort Höcherberg im Dezember dann doch zu. Die Widersprüche der Gemeinden Dunzweiler und Breitenbach aber seien wie die der Bigwil, des Nabu Bexbach und der Fachklinik „abgebügelt“ worden. Der Anwalt spricht hier von der „Gefahr der Rechtsbeugung “.

Kartenmaterial: GoogleEarth; 5 WEA am Höcherberg entlang der Ländergrenze

Als „nicht planungsrelevant“ stufe das Lua weiterhin die hohe Anzahl der von Bürgern gemeldeten Rotmilane ein. Als Grundlage für seine Entscheidung nehme das Amt nur das Gutachten eines Instituts, das vornehmlich Aufträge von Juwi erhalte. Das Lua, beklagt Elicker, nehme also in Kauf, „dass Rotmilane, Fledermäuse und Wildkatzen Schaden nehmen oder die Gegend verlassen“.
" - zitiert aus Die Rheinpfalz - Lokalausgabe v. 22.03.2017

2017-03/sr-video.png

Weitere Infos dazu:

Autor: red | Mittwoch 22. März 2017 - 09:12 Uhr | | | Kein Kommentar
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Positionen der politischen Parteien zur Windkraft - Faktencheck

Wahlprüfsteine zur Landtagswahl im Saarland am 26.3.2017

Gegenwind Saarland, das Aktionsbündnis saarländischer Bürgerinitiativen gegen den ungebremsten Ausbau der Windkraft zu Lasten von Mensch und Natur, hat den Landesvorsitzenden aller Parteien, die aktuell im Landtag vertreten sind oder gute Chancen haben, im nächsten Landtag vertreten zu sein, Wahlprüfsteine zur Windkraft in Form eines 10-seitigen Fragenkataloges übersendet.

Die Antworten der Parteien auf unsere überaus kritischen Fragen liegen vor – sie wurden durch uns bewertet und die Ergebnisse dieser Bewertung wurden in einer Übersichtsmatrix dargestellt.


Termin - Vorankündigung - Veranstaltungstipp

Biodiversitäts-Symposium

Do, 30.03.2017, 11.00 Uhr – 17.30 Uhr
73728 Esslingen, Schickardt-Halle,
(Altes Rathaus), Rathausplatz 1

mit Prof. Dr. Klaus Fischer, Dr. Andreas Segerer, Dr. Wolfgang Epple, Dr. Martin Flade, Prof. Dr. Fritz Vahrenholt

Referenten und Programm:
Prof. Dr. Klaus Fischer, Zoological Institute & Museum, Universität Greifswald
Wiesenbrüter im Sinkflug: Sensible Indikatoren für den Zustand der Agrarlandschaft
Dr. Andreas Segerer, Oberkonservator, Zoologische Staatssammlung München
Von der Vielfalt zur Einfalt - die Schmetterlinge im Sinkflug
Dr. Martin Flade, Leiter des Biosphärenreservates Schorfheide-Chorin
Von der Energiewende zum Biodiversitäts-Desaster
Dr. Wolfgang Epple, Evolutionsbiologe, Schiltach
Von Sammlerinnen und Jägern zur Mitgeschöpflichkeit - Reflexionen zur Verantwortung des Menschen.
Prof. Dr. Fritz Vahrenholt, Deutsche Wildtier Stiftung
Keine Energiewende auf Kosten der Natur

Eine Gemeinschaftsveranstaltung der Naturschutzinitiative e.V.,
der Deutschen Wildtier Stiftung und
„Natürlich für's Allgäu und Baden-Württemberg e.V“

Mit freundlicher Unterstützung des businessler WirtschaftsForums (businessler.de).

Teilnehmerbeitrag:
Mitglieder: 25,00 € - Nichtmitglieder 50,00 € incl. Imbiss und Getränke

Anmeldung bitte bis zum 15.03.2017 unter: anmeldung@naturschutz-initiative.de


Die wenig substantiierte Antwort der AfD basiert in nahezu allen Punkten auf der Forderung nach Abschaffung des EEG. Wir haben daher in diesem Falle auf die Darstellung der Einzelbewertungen in der Übersicht verzichtet.

Die detaillierten Fragen der Wahlprüfsteine, die Antworten der Parteien im Original sowie unsere Auswertungsmatrix zu den Antworten sind unter http://www.gegenwind-saarland.de einsehbar.

Gegenwind Saarland ist politisch unabhängig und spricht keine Wahlempfehlungen aus. Wir sind uns bewusst, dass Wahlentscheidungen stets das Ergebnis komplexer und mehrdimensionaler Abwägungsprozesse sind. Dennoch sind wir der Auffassung, dass die Bürgerinnen und Bürger einen Anspruch darauf haben zu wissen, wie sich ihre Landesparteien zur Windkraft stellen, damit sie sich für ihre eigene persönliche Wahlentscheidung eine fundierte Meinung bezüglich des Einzelkriteriums Windkraft bilden können. Die Bedeutung, die im Rahmen dieser Wahlentscheidung diesem Einzelkriterium letztendlich beigemessen wird, obliegt dabei ausschließlich dem Wähler.

Abschließend möchten wir noch eines klar zum Ausdruck bringen: Viele der uns angeschlossenen Bürgerinitiativen arbeiten auf kommunaler Ebene durchaus fruchtbar mit Kommunalpolitikern der unterschiedlichsten Parteien zusammen. Nicht wenige dieser Kommunalpolitiker haben sich in Kenntnis der örtlichen Verhältnisse sehr intensiv mit der Thematik Windkraft auseinandergesetzt und vertreten eigene windkraftkritische Standpunkte, die nicht immer mit der Linie ihrer Landespartei übereinstimmen. Dieser persönlichen Haltung gebührt – unabhängig von der Parteizugehörigkeit – unsere uneingeschränkte Anerkennung.

Unsere Bewertungen erfolgten auf der nachfolgenden Grundlage:

Die Position der jeweiligen Landespartei stimmt mit der Position von Gegenwind Saarland vollständig überein.
Die Position der jeweiligen Landespartei stimmt mit der Position von Gegenwind Saarland in wesentlichen Fragen überein; es gibt allerdings in Teilbereichen Abweichungen.
Die Position der jeweiligen Landespartei weicht von der Position von Gegenwind Saarland in grundsätzlichen Fragen ab. Diese Einstufung erfolgt auch bei fehlenden, unvollständigen oder ausweichenden Antworten auf unsere Fragen; ebenso bei Antworten, die das Thema verfehlen oder vernebeln; bei Abweichungen von der gelebten Praxis sowie bei Lösungsansätzen, die nach u. A. nicht umsetzbar oder zielführend sind.

Gegenwind Saarland, 01.03.2017

Autor: red | Sonntag 05. März 2017 - 11:54 Uhr | |
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Mit Realismus statt Propaganda ins Superwahljahr - Vertreter vernünftiger Energiepolitik tagten in Berlin

Regierungsamtlichen „Erfolgsgeschichten“ zum Trotz erfährt die aktuelle „Energiewende“-Politik flächendeckend Gegenwind aus der Bevölkerung. Bundesweit sind über 650 Bürgerinitiativen gegen den Ausbau von Windkraftanlagen engagiert und in 10 Landesverbänden, mehreren Dutzend Regionalbündnissen und einer Bundesinitiative vernetzt. Gestern trafen sich Vertreter aller Flächenländer zur Strategieklausur in der Hauptstadt.

Zwei Wochen nachdem das Bundeswirtschaftsministerium eine Hochglanzbroschüre zur vermeintlichen Erfolgsgeschichte der Energiewende an Millionen Haushalte verteilen ließ, kamen Delegierte windkraftkritischer Landesbündnisse in Berlin zu einem Arbeitstreffen zusammen. Ihre Wahrnehmung:

In rasantem Tempo werden wetterabhängige Stromerzeugungsanlagen in die Landschaft gesetzt – viel mehr und viel schneller als es der Bundesgesetzgeber beabsichtigte. Anlagen, für deren Zufallsprodukt es immer häufiger keine Verwendung gibt, deren Betreiber sich dennoch über auf 20 Jahre garantierte, weit über dem (häufig negativen) Marktwert liegende Vergütungen freuen dürfen.

Im Namen und in Folge der auf Windkraft fixierten „Energiewende“
 
•    werden naturnahe Landschaften bis hin zu Naturparks der Windkraftindustrie geopfert – zuletzt sogar unter Einsatz von Polizeigewalt;
•    soll das Bundesnaturschutzgesetz zugunsten der Windkraftindustrie (Kabinettsbeschluss vom 10. Februar 2016) ausgehöhlt werden;
•    finanziert die Allgemeinheit zunehmend die Produktion von „Energiemüll“, der teuer entsorgt werden muss.

Trotz alledem sinken die CO2-Emissionen nicht nennenswert und ausländischer Atomstrom bleibt unverzichtbar.

Angesichts des im ganzen Land als Belastung von Natur, Landschaft und Lebensqualität erlebten, dabei technisch und ökonomisch fragwürdigen Windkraftausbaus berieten die Landesbündnisse auf Einladung der Bundesinitiative VERNUNFTKRAFT. darüber, wie vernünftigen Weichenstellungen der Weg geebnet werden kann.

Die aus allen Flächenländern angereisten Delegierten beschlossen verschiedene bundesweite Aktionen, mit denen die energiewirtschaftliche Realität im Superwahljahr 2017 stärker ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden soll.

Autor: red | Montag 20. Februar 2017 - 23:00 Uhr | |
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Gesetzesentwurf zur Novellierung des Bundesnaturschutzgesetzes ist mit europäischem Recht nicht vereinbar!

Bitte schreiben Sie Ihrer gewählten Bundestagsabgeordneten im Wahlkreis 202 Bad Kreuznach Frau Antje Lezius unter "antje.lezius.ma02 [at] bundestag.de" und fordern Sie sie auf, der Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes nicht zuzustimmen!
Gerne können Sie auch unser Emailformular dazu verwenden!

[HIER STAND DAS WEBFORMULAR]


Bundestagsabgeordnete der 18. Wahlperiode in den Wahlkreisen
Schildern Sie den Mandatsträgern dort Ihr Anliegen!

Wahlkreis Unsere MdB aus Nahe/Westrich
201 Mosel/Rhein-Hunsrück Peter Bleser (CDU)
202 Bad Kreuznach Antje Lezius (CDU)
210 Kaiserslautern (Kusel) Gustav Herzog (SPD)
Xaver Jung (CDU)
Alexander Ulrich (Die Linke)
211 Pirmasens Anita Schäfer (CDU)
Angelika Glöckner (SPD)
298 Sankt Wendel Nadine Schön (CDU)
Christian Petry (SPD)
299 Homburg Alexander Funk (CDU)
www.abgeordnetenwatch.de

HINTERGRUND:

Am 08.02.2017 erreichte uns an der Oberen Nahe ein Hilferuf von der BI Wald in Not. Wir setzten uns in Bewegung und trafen Naturschützer am historischen Weinplatz zwischen Horath und Piesport. (...)

Ungeachtet eines gerichtlich verfügten Rodnungsstopps, hat die Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich von Landrat Gregor Eibes (CDU) im Wasserschutzgebiet am Ranzenkopf eiligst große Buchenbestände fällen lassen. Hier soll ein Megawindpark für eine AöR entstehen. Wir sind erschüttert vom Ausmaß dieser brutalen Vorgehensweise!

In den USA, wo von einem Gericht ein per Dekret erlassenes Einreiseverbot gestoppt wurde, weil das Vorliegen einer konkreten Gefährdungslage für die nationale Sicherheit nicht erkennbar war, wird in der Demokratie daher völlig zurecht die Einhaltung des Rechtsstaatsprinzips gefordert. 
Von den Buchen, die in der Blüte ihrer schützenswerten Jugend trotz Rodungsstopp abgesägt wurden, geht ebenso keine Gefahr aus. Wir können aber mit Sicherheit sagen, dass dort wo brutale Schneisen der Verwüstung geschnitten wurden, kein Wald und damit auch kein zusammenhängender Lebensraum für Wildtiere mehr existiert. Gilt für die Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich unsere Rechtsordnung etwa nicht? Steht sie über dem Gesetz? Nein, das tut sie nicht - und trotzdem geht es zu wie im Wilden Westen *peng peng*

"Ihr Völker der Welt... Schaut auf diese NATUR und erkennt,
dass Ihr sie nicht preisgeben dürft und nicht preisgeben könnt!"

(frei nach Ernst Reuter, historische Rede am 9.9.1948 in Berlin)

Besichtigen auch Sie den Tatort, Frau Hendricks!

Der Buchenwald am Ranzenkopf ist überwiegend Staatsforst. Er fällt somit genau Ihr Ressort!


Am 23.01.2017 äußerte sich die Bundesministerin für Naturschutz und Bauen in der Sendung "Hart aber Fair" wie folgt:

Frau Ministerin, wenn Sie für Erholungszwecke stressgeplagte Menschen durch die 5% der Waldfläche in Deutschland treiben, dann opfern Sie auch noch die letzten Rückzugsorte des Natur- und Artenschutzes.

Man sollte meinen, dass Deutschland ein Land mit üppigem Waldbestand ist. Doch weit gefehlt! Wenn die Bundesnaturschutzministerin von "Wald" spricht, meint Frau Hendricks in Wahrheit nur 5% einer "mit Bäumen bestückten Fläche". Die übrigen 95% sind uneingeschränkt für die Forstwirtschaft bestimmt - völlig unabhängig davon ob sie Privat-, Kommunal-, Landes- oder Bundesforst sind.

Die Holzindustrie redet irrtümlich von Wald - meint aber Forst!

Die Windkraftindustrie redet irrtümlich von Wald - meint aber Platz für Profit!

Weiterlesen

Autor: tv | Donnerstag 09. Februar 2017 - 10:56 Uhr | | | Kein Kommentar
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"Energiewende" scheitert an frostiger Wirklichkeit

"Kaltflaute" offenbart Desaster

Deutschland, 3. Februar 2017

Während der Kaltwetterperiode vom 16. bis zum 26. Januar 2017 trugen die 26.000 Windkraftanlagen und der auf 400 Millionen Quadratmeter ange­wach­sene Foto­voltaik-Park Deutschlands so gut wie nichts zur Elektrizitätsversorgung unseres Landes bei.

Der Totalausfall der „Säulen der Energiewende“, wie Sigmar Gabriel die wetter- und subventionsabhängigen Energiequellen nennt, war dabei keine Moment­aufnahme, sondern ein über zehn Tage anhaltender Dauerzustand:

Grafik in höherer Auflösung

Die Großwetterlage zwang die deutschen Stromproduzenten zum Einsatz aller verfügbaren konventionellen Anlagen, um die Netzstabilität aufrechterhalten zu können. Ohne den konventionellen Kraftwerkspark und die Möglichkeit, wetterfesten Strom aus Kernkraft und Kohle (z.B. aus Tschechien und Frankreich) importieren zu können, wäre die Stromversorgung in diesen zehn Tagen extrem gefährdet gewesen. Eine Ahnung von den möglichen verheerenden Konsequenzen verleiht die Bundestagsdrucksache „Gefährdung und Verletzbarkeit moderner Gesellschaften – am Beispiel eines großräumigen und langandauernden Ausfalls der Stromversorgung“ aus dem Jahr 2011.

Die „gesicherte Leistung“ aller Windkraft- und Fotovoltaikanlagen bleibt trotz des starken Zubaus der letzten Jahre weiterhin nahezu Null. Eine Glättung der Stromeinspeisung aus Windkraftanlagen ist trotz ihrer großflächigen Verteilung über das gesamte Bundesgebiet ausgeschlossen. Ausschläge und Schwankungen steigen mit dem Zubau weiter an.

Die jüngste Kaltdunkelflaute – kein Wind, kein Sonnenschein – offenbarte das Aus­maß des „Speicherproblems“ von Wind- und Solarenergie. Kernenergie-, Kohle- und Gaskraftwerke mussten die Stromversorgung fast vollständig übernehmen. Die hohen Börsenpreise belegen die Stromknappheit während dieses Zeitraums. Die „Stromspeicherung“ als Ausweg ist angesichts der Größenordnung des Stromverbrauchs illusorisch. In zehn Tagen werden ca. 16 Milliarden kWh ver­braucht. Für eine entsprechende Batteriespeicherung wären Investitionskosten von 16 Billionen (16.000 Milliarden) Euro fällig. Die einzige großtechnische Alternative über Pumpspeicherkraftwerke würde – zusätzlich zu den bestehenden sieben – den Bau von 2800 neuen Anlagen mit je 1000 MW Nennleistung erfordern.

Doch außer dem Totalausfall kann sich auch die Hyperaktivität von Windkraft- und Solaranlagen desaströs auswirken. Denn nicht nur Kälteflauten, sondern auch Sturmtiefs bringen das deutsche Stromversorgungssystem immer häufiger und immer näher an den Kollaps:

Bei viel Sonne und Wind überschreiten die hohen Einspeisungen nämlich immer öfter den minimalen Bedarf. Die konventionellen Kraftwerke können ihre Leistung aber maximal auf Null reduzieren. Genügt das nicht, müssen EEG-Anlagen vom Netz genommen werden, deren dann nicht erzeugte Leistung aber trotzdem mit hohen Millionenbeträgen vergütet werden muss. Durch die wegbrechende Regel­fähigkeit der kon­ven­tionellen Anlagen wird die Netzstabilität extrem gefährdet. Die Situation, dass kein ausreichender Puffer zur Sicherung der Netzstabiliät durch konventionelle Anlagen mehr vorliegt und der unverwertbare Anteil nicht regel­barer Energie zu nega­tiven Strompreisen führt, wird kein Einzelfall bleiben, sondern zur Regel werden.

Viel schlimmer als die teure Entsorgung wertlosen Stroms ist für die deutsche Strom­versorgung dieser bald nicht mehr vorhandene Regelpuffer mit konventio­nellen Kraftwerken, die den mit Vorrang einspeisenden regene­rativen Energien nachregeln müssen. Die starke Zunahme von Eingriffen in die Erzeugungsleistung von Kraftwerken („Redispatch-Maßnahmen“), um Leistungsabschnitte vor einer Überlastung zu schützen, künden von der Bedrohung: Da die Spitzen der Erzeugung von Sonne und Wind ein Maß erreicht haben, das sich seit geraumer Zeit sehr häufig mit dem Bereich des Verbrauchs schneidet, schwindet die Regelfähigkeit des Netzes aufgrund der schwindenden Flexibilität der Erzeugung massiv. Der Blackout wird immer wahrscheinlicher!

Eine tiefergehende Analyse der Vorgänge im Stromversorgungssystem zum Jahresbeginn 2017 und eine ausführlichere Diskussion der Implikationen ist unter www.vernunftkraft.de/kaltflaute abrufbar.

Die Faktenlage legt eindrücklich nahe, wie der weitere Ausbau wetterabhängiger Stromerzeugungsanlagen die Stromversorgung immer näher an den Kollaps führt. Gleichzeitig werden auch die energiepolitischen Ziele „Wirtschaftlichkeit" und „Umweltverträglichkeit" mit jeder neu errichteten, durch Einspeisevorrang und Fixver­gütung begünstigten Windenergieanlage in immer weitere Ferne gerückt.

Als Landesverbände von über 650 Initiativen, bestehend aus aufgeklärten und für eine vernünftige Energiepolitik eintretenden Bürgern aus dem ganzen Bundesgebiet, halten wir fest:

Kleinliche Diskussionen um die Verteilung von Netzentgelten oder ähnliche Neben­schauplatzgefechte sind fehl am Platz. Die Antwort auf eine für das ganze Land verheerende Entwicklung muss vielmehr in der Beseitigung des grundlegenden Fehlers liegen. Deshalb ist der Ausbau wetterabhängiger Stromerzeugung unverzüglich einzustellen.

Autor: red | Freitag 03. Februar 2017 - 20:00 Uhr | |
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